Samstag, 19. März 2011


Roller Derby gewinnt in den USA an Popularität. Da dürfen Trainingsvideos nicht fehlen. Wobei ich meine Zweifel habe, ob hier die Derby Skaterinnen die primäre Zielgruppe sind.




Freitag, 18. Februar 2011
Sunspots 65
Roller Derby ist wohl der Sport auf Rollen, der derzeit weltweit den höchsten Zuwachs an Akteuren und Fans erfährt. Zum Selbstverständnis der Spielerinnen gehört, dass es ein "Vollkontaktsport" ist. Nichts für Barbies. Das hebt Roller Derby von anderen Frauensportarten ab, jedoch zeigte eine im letzten Jahr vorgestellte Studie auch die Kehrseite auf.

Forscher der Universität Utah befragten 918 Derby Girls nach ihren Verletzungen und fanden heraus, dass 83% von ihnen mindestens eine Verletzung bei ihrem Sport erlitten hatten, 50% sogar zwei und mehr. Am häufigsten traf es das Knie (46%), Fuss- und Knöchel- bzw Schulterverletzungen waren mit 15% und 12% seltener. Jede siebe Skaterin gab eine unvollständige Heilung der Verletzungen an.

Trotz Helm und Schützer scheint Roller Derby ein sehr verletzungsreicher Sport zu sein. Natürlich spielen da auch Eigenheiten eine Rolle, die nicht direkt mit dem Ablauf verbunden sind. Roller Derby zieht oft junge, weniger sportliche Frauen an, die überdies über unzureichende Fertigkeiten im Rollschuhfahren verfügen. In den USA kommt sicherlich hinzu, dass viele Derby Girls nur rudimentär krankenversichert sind.

Trotzdem sind die Verletzungszahlen erschreckend hoch. Bei einem "Bout", wie ein Wettkampf beim Roller Derby genannt wird, zeigt sich schnell, dass der Sport ein hohes Maß an Athletik und Können auf Skates erfordert.

Körperlicher Einsatz muss nicht mit gehäuften Verletzungen einhergehen. Ebenfalls auf der Jahreskonferenz des American College of Sports Medicine 2010 wurde eine Studie mit professionellen Mixed Martial Arts Athleten präsentiert, ein Sport, den man als wüste Keilerei im Ring beschreiben könnte. Von den 304 Kämpfern in 152 Begegnungen berichtete nur ein Drittel von Verletzungen. 34 Sportler wurden wegen Verdachts auf Schädeltrauma ins CT geschickt, bei keinem ergaben auffällige Blutungen oder Gefäßveränderungen.

Bisher ist im Gegensatz zu den USA bei uns Roller Derby ein echter Nischensport mit nur wenigen Aktiven. Falls sich das ändern sollte, müsste auf die Fitness und die Fähigkeiten auf Skates der hoffnungsvollen Derby Girls geachtet werden.




Mittwoch, 15. Dezember 2010


Seit Samstag gibt es einen Deutschen Roller Derby Meister. Die Stuttgart Valley Rollergirls konten sich im Finale knapp gegen die Berlin Bombshells durchgesetzt. Im Video sind die letzten Minuten des Finalbouts zu sehen.

Eine Videoreportage des Tuniers, an dem fünf Mannschaften aus ganz Deutschland antraten, gibt es bei tv.berlin. Das Blog "Hauptstadtstudio" veröffentlichte einen sehr guten Bericht mit vielen Fotos. Aus Stuttgarter Sicht wird der Sieg im Blog "brezel.me" geschildert.

Das komplette Finale hat als Video justin.tv.




Freitag, 10. Dezember 2010
Vanguard Tiger Claw 57 mm 98A
"I'm 49, going through a divorce and have a younger boyfriend, all good ingredients for a decent roller girl. I think it makes for a good mid life crisis story."
Die Huffington Post widmet eine Fotostrecke dem Thema Roller Derby Girls über 40.

Die Statements und Gründe, warum die nicht mehr ganz junge Frauen sich dem Roller Derby verschrieben haben, sind interessant zu lesen. Die Freude am Roller Skating ist nicht dabei.

"Derby has given me strength, confidence, and the ability to open a beer with my ass"
HeLLen Bed, 43, Central Mass Roller Derby"

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Donnerstag, 9. Dezember 2010
Sims Street Snake
Zugegeben, ich bin persönlich kein großer Fan von Roller Derby. Daher hat mich die Beschreibung des kanadischen Bloggers und Buchautors Christian Lander sehr gut unterhalten: Whiter Shades of Pale #44: Roller Derby. Das entspricht in etwa meiner Einschätzung.

Das erinnerte mich sofort an eine Szene in der Dokumentation "8 Wheels & Some Soul Brotha' Music", die einen Einblick in die afroamerikanische Roller Skate Community gibt. Zwei um die 70 Jahre alte Herren erzählen von ihrem Leben auf Skates und dann fällt der Satz: "White people skate flat. We don't skate flat, we got rhythm".

"Rhythm" - darum geht es, und nicht mit einem Bodycheck andere niederzustrecken.




Sonntag, 5. Dezember 2010
Roller Derby ist ein aus den Vereinigten Staaten stammender Vollkontaktsport mit Rollschuhen, der heute fast ausschließlich von Frauen ausgeübt wird.
So die grobe Umschreibung in wikipedia.

Es ist der Sport auf Rollen mit dem derzeit weltweit höchsten Zuwachs an Akteuren und Fans. Auch in Deutschland haben sich seit einigen Jahren Teams zusammen gefunden, die mit Freude und Einsatz weibliche Rollenklischees aus dem Weg räumen.

Am Samstag, 11. Dezember kommt es zum Showdown. Das erste Mal kämpfen die deutschen Roller Girls einen deutschen Meister aus. Los geht es ab 12:00 Uhr in der Arena Berlin.



Für einen Einblick in das Selbstverständnis dieser Szene empfehle ich die Dokumentation "Hell On Wheels". Der Film zeigt die Roller Derby Girls in Austin, Texas, einem Kristallisationspunkt für das Comeback Anfang des Jahrtausends. Gib es komplett als Stream im im Internet.

Hier der Trailer:


Eine weitere Doku ist "Blood On The Flat Track", in der sich die Filmemacher bei den Rat City Rollergirls of Seattle umgesehen haben.





Montag, 20. September 2010

Grandiose Werbung für einen Roller Derby Bout der "Sin City Roller Girls". Am Samstag haben die Derby Girls aus Las Vegas einen Wettkampf ("Bout") im Riviera Hotel and Casino ausgetragen. Das Hotel ist für die erotische "Crazy Girls"-Show bekannt, die seit über 20 Jahren zu einem festen Aushängeschild in der schnelllebigen Stadt geworden ist.

Also nahmen sich die Derby Girls die Crazy Girls zum Vorbild und gestalteten das Plakat in der bekannten Anmutung, wie es sofort mit der Show im Riviera verbunden wird.


Erfolg: Der Auftritt der "Derby Girls" soll ausverkauft gewesen sein.





Samstag, 10. Juli 2010

Das phillymag hat das Roller Derby Team Philly Roller Girls vorgestellt und die athletischen Frauen erotisch abgelichtet. Nur mit Socks & Skates bekleidet. Sehr ästhetisch. In der Serie Heavenly Bodies gibt es aber auch männliche Sportler.




Sonntag, 13. Juni 2010
Roller Derby ist wohl der Sport auf Rollen, der derzeit weltweit den höchsten Zuwachs an Akteuren und Fans erfährt. Beschreiben könnte man Roller Derby am ehesten als eine rasante Mixtur aus Short-Track Eischnellauf, dem körperlichen Einsatz des Eishockeys und der strategische Planung des American Footballs.

Zwei Teams aus jeweils fünf Frauen kämpfen in zwei Runden je dreißig Minuten um die Vorherrschaft auf der Bahn. Ziel ist es die so genannte "Jammerin" nach vorne bringen, damit diese mit ihren Überholmanövern Punkte machen kann. Was die gegnerischen "Blocker" verhindern wollen.

Die Idee des Roller Derby stammt aus den USA und wurde vor 75 Jahren geboren. Mit einem Regel- und Punktesystem genoß er als professionell organisierter Sport seit den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts für mehrere Jahrzehnte große Popularität. Nachdem Roller Derby in den späten 80er Jahren an Aufmerksamkeit verlor und nur noch vereinzelt gespielt wurde, entdeckten Anfang der Jahrtausends junge Frauen, oft mit Verbindungen zur Punk-Bewegung und dem "Third Wave Feminism", den Sport als Möglichkeit ihr Verständnis von Emanzipation zu zeigen und weibliche Rollenklischees aus dem Weg zu räumen.

Seitdem verbreitet sich Roller Derby um den Erdball. In Europa sind fast 50 Teams aktiv. Bei uns haben sich in Berlin, Stuttgart, Hamburg, Essen, Bremen, Ludwigsburg, Köln und Wuppertal Frauen zusammengefunden, um diesen Vollkontaktsport zu betreiben.

Selbst Hollywood hat sich vom Roller Derby-Fieber anstecken lassen. Am 14. Oktober 2010 kommt in Deutschland der Film Whip It in die Kinos. Der Streifen, bei dem Drew Barrymore ihr Regie-Debüt gibt, basiert auf dem Roman "Derby Girl" und bescheibt einen Kleinstadt-Teenager, die sich einem Roller Derby Team anschließt um dem konservativen Elternhaus und ihrer von Schönheitswettbewerben besessenen Mutter zu entfliehen.


In Stuttgart können Zuschauer am 19. Juni die Begeisterung erleben. Um 20:00 Uhr tragen die Stuttgart Valley Rollergirlz einen "Bout" gegen die Twisted Thistles/ Auld Reekie Rollergirls aus Edinburgh im SpOrt Stuttgart aus.

Eine Woche später, am 26. Juni empfangen um 18:30 Uhr die Berlin Bombshells ihre Gegnerinnen von den London Brawl Saints in der arena in Berlin-Treptow.

Fotos: Gomisan.- CC - Some Rights Reserved